Kellerbier

Das Kellerbier ist genau wie das Zwickel ein unfiltriertes, naturtrübes und ungespundetes Bier.
Der Name geht auf eine Zeit vor Erfindung der Kältemaschine zurück. Das Bier wurde in tief unter der Erde liegenden Kellern gelagert, nur dort konnte auch in den wärmeren Monaten eine ausreichende Kühlung sichergestellt werden. Die Unterschiede zum Zwickel sind marginal und gehen vor allem auf die ureigene Bedeutung der Wörter zurück. Ein „Kellerbier“ folgt den eingangs beschriebenen Kriterien: Unfiltriert, naturtrüb, ungespundet und im Lagerkeller gereift. Ein Kellerbier kann als Bierstil verstanden werden. Als Zwickel Bier wird in der ursprünglichen Bedeutung lediglich der Probeschluck bezeichnet, den der Braumeister mit dem „Zwickelhahn“ direkt auf dem Lagertank entnommen hat. Das führt zu der kuriosen Situation das ein Zwickelbier welches in Flaschen abgefüllt verkauft wird alles sein kann, nur kein Zwickelbier. Heute werden die Wörter jedoch synonym verwendet. Geschmackliche Unterschiede sind oft nicht auszumachen, in beiden ist durch den Verzicht auf Filtrierung der Nährstoffgehalt höher als in regulären Bieren. Manchmal sind Kellerbiere etwas stärker mit Hopfen versetzt als ein Bier, welches als Zwickel verkauft wird. Dies dürfte ebenfalls auf die Kellerlagerung der frühen Zeit zurückgehen. Hopfen entfaltet eine konservierende Wirkung und gibt dem Bier eine längere Haltbarkeit. Die meisten Kellerbier sind untergäriger Brauart. Um ein ungeschriebenes Gesetzt handelt es sich dabei jedoch nicht. Heutzutage werden auch obergärige Weissbiere als Kellerbier verkauft.