Es gibt diese Abende, an denen aus einem lockeren Gespräch plötzlich mehr entsteht. Ideen die einem vielleicht erst absurd vorkommen, entwickeln plötzlich Potential. Ein paar Biere aus bayerischen Brauereien, gute Stimmung, zwei Freunde – und irgendwann fällt der Satz: „Eigentlich könnten wir doch auch mal selbst brauen.“ Meist bleibt es genau dabei. Eine Idee, die genauso schnell wieder verschwindet, wie sie entstanden ist. Bei den Deiblitzer Braubuam aus Teublitz (oder wia mia hoid song “Deiblitz”) in der Oberpfalz war das anders. Denn hier hat genau so ein Moment den Stein ins Rollen gebracht. Zuerst ausgesprochen hat den Satz Nick Siegmund, er hatte bereits einen Braukurs in einer kleinen Brauerei im Allgäu gemacht und viel Spaß daran. Sein Kumpel Julian Zuber war sofort Feuer und Flamme, oder Hopfen und Malz, kann man das so sagen 🙂 ?


Vom Einwecktopf zur ersten Brauanlage
Einen konkreten Plan hatten die beiden jedoch noch nicht, kein festes Ziel – nur die Neugier ob sie es denn in einem Einmachtopf hinkriegen können ein richtig geiles Bayerisches Bier zu brauen! Aus dieser Neugier wurde schnell Begeisterung und Antrieb. Statt die Idee wieder zu vergessen, haben Nic und Julian sie weitergedacht und am Ende einfach umgesetzt. Ob es funktioniert hat, könnt ihr euch ja schon denken, sonst würden wir BavarianBeerDudes ja nicht über die Brauerei schreiben. Aber WIE es funktioniert hat und wie es um die Brauerei heute steht, erfahrt ihr in diesem Bericht. Weiterlesen ist also Pflicht!
Der erste Sud entstand bodenständig im Einwecktopf. Auf eine professionelle Anlage oder großartig Equipment hatte man noch keinen Zugriff . Das Ergebnis überraschte nicht nur die Deiblitzer Braubuam selbst, sondern konnte auch Familie und Freunde sofort überzeugen! Das Bier, ein naturtrübes Helles, schmeckte richtig gut und schnell war klar: Das Ganze ist mehr als nur ein einmaliges Experiment. Durch das überragende Feedback erkannten die beiden Freunde schnell was als nächstes zu tun ist. “Wenn man das ernsthaft weiter machen will, muss eine größere Anlage her.”


Wachstum und Eigenbau – Die Entwicklung der Brauerei
So besorgten sich die Jungs Ende 2015, Anfang 2016 das nötige Equipment bei der Metro um 100 Liter Sude brauen zu können. Grundsätzlich wird dei den Deiblitzer Braubuam vieles pragmatisch gelöst. “In der Regel hat man eine Idee im Kopf, dann finden die Planungen statt und schließlich die Umsetzung. Das mit der Planung überspringen wir meistens und fangen direkt an zu bauen”, erzählen uns die beiden Freunde. Im Gespräch stellen wir schnell fest das dies nicht zu Lasten der Professionalität geht. Auf eine Automatisierung wollte man von Anfang an nicht verzichten, Julian entwickelte die komplette Elektronik und auch die Steuerung selbst, sodass der Brauprozess bereits vom Start weg automatisiert lief. Auch hier war der erste Sud ein Volltreffer. Die Firma wurde gegründet und man konnte nun das Bier in den Handel bringen.
Gebraut wurde Anfangs vor allem für Freunde und Bekannte. Doch wie so oft bei guten Bieren sprach sich die Qualität schnell herum. Über klassische Mund-zu-Mund-Propaganda verbreiteten sich die Frohe Kundschaft vom geilen Bier immer weiter im Freundes- und Bekanntenkreis – und plötzlich auch darüber hinaus. Die 100 Liter Anlage reichte nicht aus und die nächste Ausbaustufe ließ deshalb nicht lange auf sich warten. Ende 2018/2019 besorgten sich Nic und Julian Milchtanks aus dem Bayerischen Wald, mit denen sie ihre Kapazitäten deutlich erweitern konnten. Seitdem wurde das Setup immer wieder angepasst, erweitert und verbessert.



Vertrieb und Verfügbarkeit – Wo gibt es das Bier?
Der Vertrieb des Bieres im Handel lief nun ebenfalls an. Anfangs wurden der Ranftl Getränkemarkt in Regenstauf und der Getränke Hirsch in Verau angesprochen, beide nahmen das Bier unverzüglich in’s Sortiment auf. Später kam auch der Verkauf beim Getränke Schadl hinzu. Heute sind die Biere rund um Teublitz und Maxhütte sowie im Direktverkauf in der Brauerei. “Und das reicht aktuell völlig aus”, sagen Nick und Julian. Die Biere bewegen sich im hochpreisigen Segment und eignen sich z.B. hervorragend als Geschenk, etwa zum Vatertag oder zu anderen Anlässen. Weihnachten 2025 war zudem auf dem Christkindlmarkt in Teublitz vertreten, auch hier fanden die Biere reißenden Absatz in der lokalen Bevölkerung.

Zukunftspläne und Ausbau der Brauerei
Nic und Julian arbeiten ständig an neuen Ideen. Die sehen u.a. eine Verbesserung der Gebäudesituation vor.
Denn ihr müsst wissen das die aktuelle Brauerei in ein simplen Garage untergebracht ist. Zusammen mit den beiden Jungs konnten wir uns gerade noch so zwischen das Brauereiequipment pressen. Ein weiterer Teil ist nebean in einem separaten Gebäude untergebracht. Ziel ist eine Zusammenlegung um die Brauprozess zu optimieren.Geplant sind außerdem ein kleiner Tresen und Sitzmöglichkeiten, sodass Besucher auch direkt vor Ort ein Bier trinken können. Auch an der Technik und Ergonomie wird gefeilt. Zur Zeit wird ausschließlich mit Schwerkraft gearbeitet, dies setzt Voraus, die Kessel auf unterschiedlichen Höhen zu platzieren. Nun soll eine zusätzliche Pumpe integriert werden, um die Braukessel auf gleiche Höhe zu bringen was die Abläufe deutlich ergonomischer macht.


Biere und Kreativität – Rotbier und „Deiblator“
Beim Bier selbst bleibt man experimentierfreudig. Aktuell steht ein Rotbier im Mittelpunkt, dessen Inspiration Nick bei der Firma Weyermann in Bamberg fand, nachdem er dort ein Bier mit dem Namen „Willi Wonka“ probiert hatte.
Das Rotboer haben wir übrigen bereits verkostet, den Bericht dazu findet ihr hier. Auch ein dunkler Bock steht auf der Ideenliste, der Name klingt dabei schon ganz konkret „Deiblator“. Na dann, loslegen Jungs :-). Wenn man sich mit Nick und Julian unterhält spürt man das sie für das Thema Bier so richtig brennen. Da fragt man sich natürlich unweigerlich ob sie davon träumen jemals vom Bierbrauen zu Leben. Und tatsächlich äußern die Jungs den Traum von einer “richtigen” Brauerei auf Grüner Wiese, geräumigen Hallen und einem urigen Taproom. Bevor die Fans der Deiblitzer Braubuam jetzt in Freudentränen ausbrechen, vorerst bleibt es ein Traum, geplant ist noch nix. Aber wer weiß schon was noch passieren wird, schließlich wurde hier nicht das erste Mal eine Brauerei aus einer spontanen Idee geboren 🙂
Die Menschen hinter der Brauerei
“Aber wenn die beiden nicht vom Brauen leben, von was dann ? ” werdet ihr euch jetzt vielleicht fragen. Im Alltag arbeiten beide in ganz anderen Bereichen. Nic ist beim TÜV im Industrieservice tätig, Julian als Softwareentwicklerbei einem Landmaschinenbauer. Ihre handwerklichen Fähigkeiten helfen der Brauerei enorm. Sie sind in der Lage zu schweißen und bauen viele Komponenten selbst. Sensorik, Elektronik und PLC Programmierung, alles fest in Deiblitzer Hand! Genau diese Mischung aus Technik, Leidenschaft und Freundschaft macht die Deiblitzer Braubuam zu einer sympathischen Kleinbrauerei.

Leidenschaft schlägt Größe
Aus unseren vielen Brauereibesuchen haben wir gelernt das für Gutes Bier bestimmte Grundlagen geschaffen werden müssen, etwa vernünftige Technik, Know-How und qualitativ hochwertige Zutaten. Klar ist jedoch das die Leidenschat für’s Bier alle genannten Faktoren überwiegt. Ob ein Brauer diese Leidenschaft besitzt oder nicht, schmeckt man! In Teublitz brauen Nick und Julian nicht weil sie davon Leben müssen, sondern weil sie Freude, Spaß und eben genau diese Leidenschaft für Bier haben. Die legen sie an jedem Brautag erneut in den Sudkessel. Dabei raus kommen richtig geile Biere die einen richtig in seinen Bann ziehen. Die Deiblitzer Braubuam sind sicher die kleinste Brauerei die wir bisher besucht haben und wir durften erneut feststellen, dass es beim Bier auf die Größe nicht ankommt! Nick und Julian machen einen absolut hervorragenden Job. Deswegen geht unser Aufruf an die Menschen vor Ort: Unterstützt die Jungs und kauft ihr Bier, dieses Projekt muss fotbestehen!
Wir bedanken uns bei den Jungs für die Zeit, wünschen Ihnen alles Gute und freuen uns darauf in ein oder zwei Jahren nochmal bei bei Ihnen vorbeizuschauen um über Neuigkeiten von den Deiblitzer Braubuam zu berichten!
Bis bald,
Euere BavarianBeerDudes aus Regenstauf in der Oberpfalz und Deggendorf in Niederbayern.
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