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Biertests KW 11 / 2023

Eine durchwachsene Verkostungswoche mit Licht und Schatten liegt hinter uns. Gekauft beim Aldi verkosteten wir das Schultenbräu Bayerisch Hell von der Brauerei Öttinger und wir waren richtiggehend enttäuscht davon. Eine weit mehr als solide Vorstellung lieferte das Ritter Helle aus der Ritter St. Georgen Brauerei in Nennslingen. Auf der Sonnenseite des Bierlebens durften wir das süffige Sandersdorfer Bio-Hell und das hefebetonte Weissbier aus der Familienbrauerei Winkler in Amberg genießen.

Viel Spaß beim lesen unserer Verkostungsberichte!


Ritter Helles von der Ritter St. Georgen Brauerei aus Nennslingen

Heute begeben wir uns nach Mittelfranken zur Ritter St. Georgen-Brauerei in Nennslingen. In unser Verkostungsglas fließt „Der Ritter“, laut Brustetikett ein mild gehopftes Helles. Im Glas zeigt es sich goldgelb mit dezenter Trübung und gemischtporiger Schaumkrone von durchschnittlicher Haltbarkeit. Bereits das Bukett spiegelt den milden Charakter wieder, der Geruch ist von sanfter Natur, aber sehr gut ausbalanciert. Die kräutrigen Hopfenaromen überwiegen minimal, eher hintergründig aber trotzdem präsent kommt das Gerstenmalz dazu und vervollständigt den angenehme Geruch. Im Antrunk gewinnt der Hopfen dann noch viel klarer die Oberhand, dass Malz dagegen geht etwas zurück. Auch im Geschmack zieht sich der eher sanftere Charakter durch. Aber Vorsicht, manche könnten jetzt anhand der Beschreibung vermuten das dieses Bier recht dünn ist. Das ist definitiv nicht der Fall. Es ist mild, aber würzig und geschmacklich wirklich sehr gut, der Aromenkomplex ist ansprechend gestaltet. Die Rezenz ist, wie sollte es anders sein, mild spritzig! Der Abgang löscht sauber den Durst und hinterlässt leicht grasige und kräutrige Aromen.

Fazit: Ein gutes Bier für Freunde von milden Hellen die aber trotzdem etwas Hopfenpräsenz haben wollen. Wir würden uns jederzeit einen Kasten davon in den Bierkühlschrank legen. Gutes Bier für die warmen Frühlings- und Sommertage, es löscht zuverlässig den Bierdurst!

Biersorte: Helles
Alkoholgehalt: 4,9%
Verhältnis Hopenn/Malz (Skala 1-10): Malz (3), Hopfen (7)
Brauerei: Ritter St. Georgen Brauerei, Nennslingen

Sandersdorfer Bio-Dunkel

Es ist so weit, endlich ist es da, das Sandersdorfer Bio-Dunkel aus der De Bassus Schlossbrauerei eingebraut von Braumeister Soran! Dunkel mahagonifarben, glanzfein mit leicht rötlich schimmernden Reflexen und gekrönt von einer äußerst prächtigen, sämigen und leicht bräunlichen Krone, so präsentiert sich uns das Bio-Dunkel im Willybecher. Zuerst erschnuppern wir feine Röstmalzaromen, eine leichte Süße aber auch leichte hopfig, herbe Noten. Der Antrunk ist vollmundig und mit einer feinperligen, leicht spritzigen Rezenz versehen. Es lässt das Dunkle schön frisch und super süffig daherkommen! Nahezu ohne Wiederstand schießt es unsere Kehlen hinab! Im weiteren Genuss, ist das Röstmalz sehr schön herausgearbeitet und gewinnt dabei mehr und mehr an Bedeutung. Im weiteren Verlauf, setzt zu Beginn des Abgangs eine geschmacksvolle Bittere ein, die die süßen, karamelligen und schokoladigen Aromen des Röstmalzes behutsam einfängt und das Bio-Dunkel gekonnt ausbalanciert feinherb ausklingen lässt.

Eine absolute Empfehlung für all diejenigen, die ein tolles ausgewogenes Bier irgendwo zwischen einem Hellen und einem extrem malzbetonten Dunklen bevorzugen!

Respekt nach Sandersdorf zu Soran für dieses toll abgestimmte Bio-Dunkel!

Biersorte: Dunkles
Alkoholgehalt: 5,2% Vol.
Verhältnis Hopenn/Malz (Skala 1-10): Malz (7), Hopfen (3)
Brauerei: Schlossbrauerei Sandersdorf

Schultenbräu Bayerisch Hell

Ja Leute ihr seht richtig, heute in der Verkostung ein Aldi Bier, dass „Schultenbräu Bayerisch Hell“ gebraut von der Öttinger Brauerei GmbH. Warum tut ihr euch das an, werden jetzt einige denken. Wir antworten: „Aus Interesse“. Was kann also das Dosenbier vom Aldi ? Im Glas zeigt es sich strohgelb mit einer überwiegend feinporigen Schaumblume, die jedoch innerhalb weniger Sekunden genauso schnell verschwindet wie sie entstanden ist, eigentlich sogar unmittelbar. Marginale Reste bleiben auf dem Bier zurück. Der Geruch ist dezent getreidig, hauptsächlich aber eher sauer und etwas blechern. Der Hopfenextrakt lässt grüßen. Der Antrunk gefällt uns da schon besser. Die Malz- und Getreidenoten spielen sich jetzt in den Vordergrund, bleiben insgesamt jedoch zu schwach ausgeprägt. Das gilt, allerdings und gottseidank, auch für den Hopfenextrakt mit seinem sauren Geschmack. Das Bier besitzt eine mittlere Rezenz, beim Brauwasser kann man von dezent cremig sprechen. Der Abgang geht so zwar richtig schön vonstatten, ist aber sehr wässrig, hintenraus gehen leider alle Geschmacksnuancen verloren. Da hatten wir vom Öttinger schon besserer Biere im Glas.

Fazit: Unserer Meinung nach ist das Bier leider gar nix. Mit einem Bayerischen Hellen hat dieser Gerstensaft leider nicht viel am Hut. Von unserer Seite aus definitiv keine „Günstig-Bier-Empfehlung“

Biersorte: Helles
Alkoholgehalt: 4,7% Vol.
Verhältnis Hopenn/Malz (Skala 1-10): Malz (4,5), Hopfen (5,5)
Brauerei: Öttinger Brauerei GmbH, Ötting

Hefe Weizen aus der Familienbrauerei Winkler

In „unserer“ Oberpfalz, bei der Brauerei Winkler in Amberg, gibt es heute das Hefe-Weizen. Im Stutzen zeigt es sich in einem hefetrüben, Orange-Gold, bedeckt wird es von einer prächtigen, feinporigen und schneeweißen Blume. Der Geruch ist typisch für ein Weissbier, hefig und leicht fruchtig! Der überwiegend milde und feinperlige Antrunk hingegen bringt in erster Linie das Malz zum Vorschein. Im weiteren Verlauf ist der Gesamtcharakter mild, mit feinen Noten von fruchtiger Hefe und einer trinkfreudigen Frische. Das Winkler Hefe-Weissbier ist in unseren Augen eine gute Wahl, für all diejenigen Weissbierfans, die nicht ausschließ-lich auf die bananigen Weissbier-Bomben stehen! Und genau dafür lieben wir, was wir seit nun bald 3 Jahren machen dürfen/wollen. Das Verkosten der herrlichen Vielfalt unserer BAYERISCHEN Biere!

Biersorte: Weizen
Alkoholgehalt: 5,2% Vol.
Verhältnis Hopenn/Malz (Skala 1-10): Malz (8), Hopfen (2)
Brauerei: Familienbrauerei Winkler, Amberg i.d. Opf.

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