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Rottal Bräu – Julia braut ein Bier!

Und was für Eins! Aber von Vorne, denn erst folgt ja bekanntlich die Arbeit, dann der Lohn! So möchten wir euch zuerst die Geschichte von Braumeisterin Julia und ihrer Rottal Bräu erzählen, bevor wir uns dann ihr Helles in unser Verkostungsglas fließen lassen und beim Genießen denken, „Toll, dass es junge Menschen gibt die mit Mut, Fleiß und Können die Bayerische Bierlandschaft mit dem Gründen einer eigenen Brauerei bereichern“! Denn in Bayern eine neue Brauerei zu eröffnen, ist in etwas gleichzusetzen mit dem Gründen eines Fischrestaurants in Hamburg. Die Konkurrenz ist riesig, der Verbraucher bereits gesegnet mit qualitativ hochwertigen Produkten. Dazu kommt das wirtschaftliche Umfeld, die Inflation zwingt zum Sparen. Gab man vorher noch den ein oder anderen Euro für sein Lieblingsbier aus, fließt dieser heute in viele Haushalten, verständlicherweise, in Grundbedürfnisse wie Essen und Heizen. Wie man es in dieser Zeit, allen Widrigkeiten zum Trotz, schaffen kann sich zu etablieren und zu wachsen, zeigt uns die Rottal Bräu. Dabei sind Fokus auf das Wesentliche, Dinge anders machen als die Konkurrenz und Fachkenntnis die entscheidenden Faktoren. All das bringt Braumeister Julia mit und setzt es erfolgreich um. So ist das, und so schmeckt das!

Wir stellen vor: Frieda! Die Brauanlage von Juli in der Hecke

Weißbier ist Julias Königsdisziplin

Wir reisen an diesem verschneiten Samstagvormittag Mitte Dezember mit großer Spannung nach Bad Füssing und treffen uns mit Julia in der „Hecke“. Ein Anwesen das Restaurant, Brauhaus, Wirtshaus und Gasthaus in sich vereint. Neben ihrem Hauptjob als Braumeisterin bei der Brauerei Erharting und ihrer Rottal Bräu, sorgt Julia auch in der „Hecke“ für einzigartigen Biergenuß, gebraut direkt vor Ort in der eigenen Hausbrauerei. Als wir ankommen ist offiziell noch geschlossen, so können wir uns im urigen Wirtshaus ungestört unterhalten.

Ihre Ausbildung zur Brauerin hat Julia beim Unertl in Mühldorf am Inn absolviert, anschließend folgte das Studium zur Braumeisterin und die Prüfung zum Biersommelier bei Doemens. Ihr Ausbildungsbetrieb war auf obergärige Biere spezialisiert, die Herstellung von Weissbier damit die Königsdisziplin von Julia. Als sie nach der Lehre in der „Hecke“ als Brauerin anheuerte, was es allerdings unabdingbar auch ein Helles zu brauen. Denn ein Wirtshaus ohne Helles, nein, das geht einfach nicht! Natürlich wusste Julia grundsätzlich wie man ein solches Bier braut, viel Erfahrung hatte sie damit aber noch nicht sammeln können. „Das Brauen von untergärigen Bieren hab ich mir in der Hecke quasi selbst beigebracht“.

Von der Ausbildung direkt an’s Ruder

Sogleich nippen wir an unserem Hellen und sprechen aus was nicht zu vermeiden ist „Boah, dass hast du dir aber richtig, richtig gut selbst beigebracht!“ Und nicht nur das, auch unternehmerisch konnte Julia schnell dazulernen. Das war nötig, denn sie braute in der Gasthausbrauerei nicht einfach nur Bier, sondern übernahm direkt das Ruder und die gesamte alleinige Verantwortung für die Bierherstellung. Wer das bereits nach der Ausbildung stemmt, scheint für den Job einfach geboren zu sein, der Wunsch nach einem eigenen Unternehmen wohl nur die logische Konsequenz! „Die Idee mich Selbstständig zu machen und mein eigenes Bier zu Verkaufen war schon immer da.

Ich wollte schon immer mein eigenes Ding machen“. Bemerkenswert vor allem deswegen, da Julia mit ihrem Engagement bei der Hecke und als Braumeister beim Erharting ja bereits zwei Jobs hat und auch nicht vorgesehen ist, einen der Beide zu Gunsten von Rottal Bräu aufzugeben. Kurz fragen wir uns „Wie macht sie das nur?“. Was für den Leser vielleicht schwer vorstellbar klingt, wird dann doch greifbar, wenn man mit der Braumeisterin spricht. Sie strotzt vor Tatendrang und bringt das überzeugend rüber. In Textform schwer zu beschreiben, Julia muss man erleben!

Lange Planungsphase vor offizieller Gründung der Rottal Bräu

Am 20.06.2023 war es dann soweit, eine Firma wurde angemeldet, Rottal Bräu war geboren. Zuvor lag ein Planungszeitraum von rund 1,5 Jahren. Familie und Partner wurden zuerst eingeweiht und sicherten ihre Unterstützung zu. Im späteren Verlauf holte sie dann noch einen Kumpel an Board der ihr beim Businessplan half und im Büro unterstütze. Eine der wichtigsten Fragen, auch für uns Bierfans, mit welchem Bier möchte ich meine Brauerei an den Start bringen ? Eigentlich doch Logisch, Weissbier war ihr absolutes Steckenpferd, somit war die Frage schnell beantwortet und Julia entschied sich für ? Natürlich für ein Helles 🙂

Für uns ist diese Entscheidung verständlich. Am Ende muss Julia auch Geld verdienen, und das Bayerische Helle ist momentan die Sorte mit dem meisten Wachstum. Somit handelt es sich auch ein Stück weit um eine unternehmerische Entscheidung. Ein wenig überrascht waren die Leute aber durchaus. Als sie auf Instagram Bilder vom Sudkessel postete und ihre Follower fragte „Was wird das für ein Bier?“, antworteten die meisten „Weissbier“! Aber auch ihr Partner war daran nicht ganz unbeteiligt.

„Mein Freund ist Österreicher, die Bayerischen Hellen dort sind meistens aber etwas lascher eingebraut. So entschieden wir uns für ein Helles mit mehr Hopfen drin. Und am Ende wollte ich auch einfach ein Bier brauen das mir selbst vollends schmeckt“. Das Rezept dazu hatte sie bereits im Kopf. Da Julia (noch) keine eigene Brauerei besitzt, nutzte sie freie Kapazitäten einer befreundeten Brauerei. Beim Hell Bräu in Altötting stellte sie schließlich den ersten Sud vom Rottal Bräu Hell her. Nachdem Familie und Freunde das Bier probierten, wurden noch ein paar marginale Modifikationen am Rezept vorgenommen und das Werk zur Vollendung gebracht.

Süffiges Bier, auffälliges Etikett

Mit dem Brauen allein ist es aber nicht getan, dass Bier will schließlich auch an die Frau und den Mann gebracht werden! Dazu benötigt es einerseits entsprechende Vertriebskanäle, andererseits gilt es aus der Masse hervorzustechen. Geht man in einen Supermarkt, stehen da nicht selten 50 oder 60 Biersorten rum. Wie schafft man es also das die Leute beim eigenen Bier zuzugreifen, noch bevor sie es das erste Mal probiert haben? Mehr oder weniger ganz einfach, denn das Auge trinkt bzw. kauft eben mit! Ein auffälliges Etikettendesign kann da ein entscheidender Faktor sein. Und das finden wir beim Rottal Bräu hervorragend gelungen! Auffällig Petrolfarben, verziert mit Hopfen, Gerste und Brauwasser. Weißer „RB“ und gelber „Helles“ Schriftzug. Da rennst du nicht einfach vorbei, da schaust du hin, greifst zu, trinkst und bist überzeugt! Bevor das Etikett im Laden auffällt, muss es da aber erst mal rein! Dazu hat Julia Vertriebsarbeit quasi von der Pike auf betrieben.

Authentisch und mit Sixpack unterm Arm

Sie ging schlicht und ergreifend mit Sixpacks unterm Arm in die Märkte und hat ihr Bier vorgestellt. Die waren begeistert und haben direkt mitgezogen. Zwei Getränkehändler und ein Supermarkt haben das Bier direkt in’s Sortiment aufgenommen und Werbung dafür gemacht. So wurde die frohe Kunde einer neuen Brauerei auch nach außen getragen, weitere Interessenten meldeten sich bei der Braumeisterin. Seit Juni konnte Rottal Bräu über 300 HL absetzen und bereits jetzt ist es unbedingt notwendig die Ausschlagmeng zu erhöhen, um alle Kunden bedienen zu können. Selbst Bierkisten mussten schon nachbestellt werden, die ersten 1332 Stück reichen einfach nicht. 1000 HL pro Jahr sind das erklärte erste große Ziel. Sofern es die Kapazität hergeben sind wir uns bei dieser hohen Bierqualität aber sicher, dass es nicht dabei bleiben wird.

Trotzdem vertritt Julia klar und authentisch den Standpunkt das es nicht darum geht „auf biegen und brechen soviel Bier wie möglich zu verkaufen“. Alles muss sauber geplant sein, Hand und Fuß haben! Besonders die Beziehung zu ihren Kunden ist ihr über die Maßen wichtig. Sie kennt jeden persönlich und möchte das auch in Zukunft so handhaben, wenn möglich liefert sie ihr Bier ausschließlich selbst aus. Das schafft beiderseitige Nähe und Vertrauen. Im Gespräch stellen wir selbst fest, dass alles was die Braumeisterin erzählt auf einem Sockel der Authentizität ruht. Julia ist einer dieser Menschen die du gerade kennenlernst und sofort vertraust. Klare Aussagen, eine klare Linie, ehrliche Worte! Eine sympathische, fleißige und intelligent junge Dame die es zudem schafft ihr gesamtes Wissen vom Theoretischen in’s Praktische, oder wie wir sagen „vom Papier in’s Glas“ zu übersetzen. Ein Gabe die gewiss nicht selbstverständlich ist!

Markteinführung des Rottal Bräu Weißbieres für den Frühling geplant

Rottal Bräu ist momentan noch ein zartes Pflänzchen das sich im Wachstum befindet. Um daraus mit der Zeit etwas großes entstehen zu lassen, gibt es bereits erste Pläne für die Zukunft. Wie wir bereits Eingangs erzählt haben, stammt Julia aus der Welt der Weißbiere. Somit ist keine Überraschung das es ihr großer Wunsch ist, der Produktauswahl ein Solches hinzuzufügen. „Das Rezept existiert schon und ist vollständig ausgearbeitet. Auch Seitens der Kunden ist die Nachfrage vorhanden. Aktuell planen wir die Markteinführung im kommenden Frühjahr, wir sind aber noch auf der Suche nach einem mobilen Tank“. Ein Weißbier das ebenfalls aus Julias Feder stammt, durften wir bei unserem Besuch in der „Hecke“ probieren. Wenn sie es nun in ihrer eigenen Rottal Bräu auch nur annähernd schafft, eine solche Aromabombe in die Flasche zu zaubern, ist reißender Absatz nur Formalität!

Für uns geht ein spannender Tag zu Ende und wir treten nach einer typisch Bayerischen Stärkung in der „Hecke“ die Heimreise an. Bei Julia bedanken wir uns herzlich für die Gastfreundschaft und die Zeit die sie sich für unseren Blog genommen hat! An die Bierfans im Rottal, Umgebung und auch ein paar Kilometer weiter in Österreich, richten wir einen Appel! Bitte unterstützt Julia bei ihrem vorhaben und holt euch ihr süffiges, hopfiges Helles. Überzeugt euch selbst und erzählt es weiter! Wenn Junge Menschen in solch turbulenten Zeiten ein handwerkliches Unternehmen gründen, nötigt bereits alleine diese Tatsache jeden Respekt ab! Noch viel mehr, wenn es so ein geiles Bier hervorbringt!

Wir hoffen mit unserem Blogbericht ein kleines Stück zum Erfolg beitragen zu können. Und jetzt seid ihr dran, holt euch das Bier von Rottal Bräu!

Und schaut auch mal in der „Hecke“ vorbei! Die Symbiose aus Restaurant, Brauhaus, Wirtshaus und Gasthaus hat uns so begeistert das wir dazu zeitnah einen Kurzbeitrag bringen!

Bis bald,

Euere BavarianBeerDudes

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Im nächsten Brauereibericht sind wir zu Gast in der Hecke

Dieser Beitrag hat 13 Kommentare

  1. Bernd Müller

    Hallo, mein Name ist Bernd Müller.
    Ich habe euer TikTok Video gesehen, von eurem V8 Bierturbo. Ich bin schwer begeistert. Würdet Ihr mir die Datei zukommen lassen, damit ich den selber auslasern kann?
    Ihr würdet mir damit eine riesen Freude bereiten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Müller

    1. Servus Bernd,

      ich denke da liegt eine Verwechslung vor. Wir haben noch nie ein Tiktok Video erstellt 🙂

      Grüße,
      Martin von den BavarianBeerDudes

  2. Ino Langbein

    Hallo,
    ich schließe mich den vorherigen Posts an und würde mich freuen, wenn man den V8 Bierträger mit der Kurbel kaufen könnte.
    Ein geiles Teil. Ich würde es bestellen, natürlich mit Rottal-Bräu drin.
    Gruß Ino aus dem Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt)

    1. Servus Ino,

      nur zur Info, diese Seite hier ist nicht die Webseite der Brauerei. Wir sind ein Bierblog und haben lediglich einen Beitrag
      über die Brauerei geschrieben. Trotzdem haben wir bei der Brauerei nachgefragt und man hat uns diesen Link hier mitgeteilt.
      Vielleicht hilft es weiter:

      https://holzrichtig.shop/

      Grüße,
      BavarianBeerDudes

  3. Kloft, Stefan

    Hallo, auch ich würde den V8-Bierturbo nehmen. Gibt es die Datei mit den Materialien?

    Grüße aus Hachenburg
    Stefan Kloft

    1. Servus Stefan,

      nur zur Info, diese Seite hier ist nicht die Webseite der Brauerei. Wir sind ein Bierblog und haben lediglich einen Beitrag
      über die Brauerei geschrieben. Trotzdem haben wir bei der Brauerei nachgefragt und man hat uns diesen Link hier mitgeteilt.
      Vielleicht hilft es weiter:

      https://holzrichtig.shop/

      Grüße,
      BavarianBeerDudes

  4. Robert Lauf

    Wo kann man die V8 Bierkiste bestellen.Mit Werbung und Inhalt.?

    1. Servus Robert,

      nur zur Info, diese Seite hier ist nicht die Webseite der Brauerei. Wir sind ein Bierblog und haben lediglich einen Beitrag
      über die Brauerei geschrieben. Trotzdem haben wir bei der Brauerei nachgefragt und man hat uns diesen Link hier mitgeteilt.
      Vielleicht hilft es weiter:

      https://holzrichtig.shop/

      Grüße,
      BavarianBeerDudes

  5. Matthias Böhme

    Hallo ich würde 2 V8 Bierträger bestellen mit Rottal-Bräu selbstverständlich. wo kann ich meine Bestellung aufgeben ?
    Oder an meine E-Mail bmezeppelin@web.de

    1. Servus Matthias,

      wir selbst sind nicht die Brauerei, sondern ein Bierblog der über die Brauerei berichtet hat.
      Wir haben von ihr aber die Info bekommen das dieser V8 Bierträger hier erhältlich ist:

      https://holzrichtig.shop/

      Grüße,
      BavarianBeerDudes

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